37. „Sebnitzer“ Sommertrainingslager/ Ferienfreizeit
- Es kam wieder mal ganz anders, als geplant!
- Vier ausgefüllte Trainingstage mit viel Abwechslung, aber nicht in Sebnitz.

Die Planung für unserer Sebnitzer Sommertrainingslager/ Ferienfreizeit war schon seit Wochen/ Tagen fertig. Alles war organisiert und abgesprochen. Da erreicht uns zwei Tage vor der Anreise die Nachricht, dass eine Gewitterzelle unser „Kleines Bad“ in Hertigswalde verwüstet hat. Somit war eine Anreise nicht unbedingt sinnvoll. Denn auch das Kirnitzschtal und der gesamte Raum um Rathen waren durch das Unwetter betroffen und zum großen Teil gesperrt. Also mussten schnell ein paar dutzend Telefonate zur Umorganisation geführt werden. Da wir aber auch in solchen Situationen ganz flexibel sind, bekommen wir das schon hin. Da wurde eben alles blitzschnell umgestellt. Mit dem Ergebnis, dass wir hier bei uns in Jonsdorf in unserer Skihütte bleiben und jeden Tag was Sportliches unternehmen. Möglichkeiten ergeben sich in der Ferienzeit genug, da auch bei schlechtem Wetter die Hallenzeiten nicht ausgebucht sind. Aber es sollte ja nur herrliches Sommerwetter bleiben. Also, für uns Wintersportler alles gar kein Problem.
Anreise erfolgte wie geplant am Samstag mit Rad. Nach einer Einweisung und der Bekanntgabe des detaillierten, geänderten Planes sattelten wir unsere Räder und fuhren in zwei Gruppen nach Oderwitz in das herrliche Volksbad. Als wir ankamen, waren ganze vier Badegäste vor Ort: meine Schwiegereltern und ein ehemaliger Arbeitskollege mit seiner Gattin. Also blieb alles in Familie. Später kamen dann noch Carina und Claudia mit ihren Kindern. Als erstes ging es natürlich gleich mal in das kühle Nass. Nach ausgiebigem Bad und kleiner Erholung ging es zum Volleyball mit Groß und Klein und sensationellen Trainerregeln bei ca.20 Spielern auf dem Feld. In einer Spielpause gab es Mittag, was Elke organisiert hatte, da ausgerechnet an diesem Tag der Bad Imbiss geschlossen hatte. Und weiter ging es mit Volleyball und den Spezialregeln. Nach dem Spielende konnte Jeder noch einmal in das Becken springen, bevor wir dann wieder in zwei Gruppen Richtung Spitzkunnersdorf zur Sprungschanze unterwegs waren. Hier stand ein saftiges Fußballspiel in der dortigen kleinen Soccer Fußballarena an.
Die Sonne meinte es dann am Nachmittag sehr gut mit uns und so waren die Temperaturen auf dem kleinen Plateau schon grenzwertig. Aber nach dem Match konnte, wer wollte, noch einmal an der Schanze in den Löschteich springen, um sich abzukühlen. Dann ging es mit den Rädern wieder Richtung Skihütte in Jonsdorf. Hier angekommen wurden einige Zelte aufgebaut. Die Mädchen wollten allerdings unter freiem Himmel schlafen. Dann war das Abendbrot an der Reihe und danach wurden die „Goldenen Skispitzen“ vergeben und die Trainingsbesten ausgewertet. Danach ging es nach einer gemütlichen Quasselrunde in die Waagerechte.

Nach dem Frühstück am Tag zwei begaben wir uns auf Wandertour. Von der Hütte aus führten uns Thomas, Joni und Vogtus zum Lauschegipfel mit herrlichem Ausblick. Von dort ging es über die Lausche Baude zum Hammerstausee, wo aktives Baden angesagt war. Die Freundlichkeit der tschechischen Mitbürger war allerdings an diesem Tag, egal wo wir aufkreuzten, im Keller angelangt. Die Unfreundlichkeit und Abneigung unseren Kindern gegenüber äußerten sie lautstark Sehr merkwürdig.
Nachdem wir wieder unsere Hütte erreicht hatten, gab es einen kleinen Vesper Snack.
Heute, am Sonntagnachmittag, stand die Einweihung unserer neuen Outdoor Tischtennisplatte auf dem Programm. Die letzten Tage wurde dafür viel geschuftet, damit wir es bis zum Sommercamp noch schaffen. Und wir haben es geschafft. Mit einer kleinen Ansprache, Enthüllung und Sektweihe wurde die Platte nun für den Spielbetrieb frei gegeben.
Franz und Anton, die in den letzten Tagen viel Zeit in das Projekt gesteckt hatten, durften die ersten Bälle spielen. Danach ging es chinesisch zur Sache.
Für die Rollskiläufer wurde es am Abend noch einmal hart. Denn wir fuhren nach Waltersdorf zum Bergtraining, da wir in zwei Wochen bei den Sachsenmeisterschaften Rollski in Seiffen an den Start gehen möchten. Nach einer Stunde war die Quälerei vorbei. Aber es war eine Spitzentrainingseinheit. Da kommt echt was dabei heraus. Ich war sehr, sehr zufrieden. Solche Trainingseinheiten haben wir leider viel zu selten, da wir viel zu wenig solche kleine Trainingslager/ Ferienfreizeiten  durchführen können. Zurück an der Hütte wartete schon die zweite Gruppe, welche mit Vogtus ein Ball über die Leine Spielchen absolviert hatte.

Dann war Abend- Freizeit. Und die 66ziger Runden begannen. Tobias war gar nicht mehr zu bremsen und hätte gleich die Nachtruhe verspielt.

Montag Frühstück bei Sonnenschein vor unserer Hütte. Genau wie in Sebnitz. Joni kommt mit frischen Semmeln und es duftet nach Kaffee von Elke. Anna und Tobi versuchten die Tage, ein 1 kg Nutella Glas zu leeren, was Franz am Kottmar zum Inliner Rennen gewonnen hatte. Levana und Anna S. schmierten sich eine grüne Masse auf die Semmel, die keiner so recht identifizieren konnte. (…) Aber alle waren recht zufrieden mit dem Angebot. Danach sprangen wir auf unsere Räder und starteten Richtung Oybin zu den Bienenhaidsteinen/ Emporturm, zum heutigen Felsklettern. Nicht jedes Jahr haben wir mit dem Wetter Glück, so dass wir am trockenen Fels klettern gehen können. (lt. Sächsichen Sandstein Kletterregeln)
Im Gegenteil. Heute wurde es schon fast zu warm, wenn man längere Zeit auf dem Gipfel verweilen musste. Wir teilten uns wieder in zwei Gruppen. Die größeren und erfahrenen Kletterer gingen mit Vogtus an den Emporturm und stiegen zur Erwärmung den Südweg (V).
Die zweite Gruppe blieb mit Joni am Unteren Bienenhaidstein. Wir suchten uns erst einmal ein schattiges Plätzchen. Einbinden, Weg einrichten, Vorsteigen, Sicherung bauen und dann kann es los gehen. Anna (klein) war heute das erste Mal am Fels. Das Herz`l pumperte wie verrückt. Und das nicht nur bei Anna. Denn Mutti Susi war auch angereist und war sehr, sehr aufgeregt. Aber Anna machte ihre Sache im „Alten Weg“ (II) sehr gut. Franz hatte den Sicherungsposten auf dem Gipfel übernommen und beglückwünschte Anna mit einem „Berg Heil“. Ihr erster Gipfel war genommen. Dann folgten Tobias, Ronja, Maria, Annika, Finn und Nepomuk, der die Südostrinne (III) als ersten Weg wählte. Das Gipfelglück war allen zu teil geworden. Und der Eintrag ins Gipfelbuch war eine Ehre. Dann ging es zum Abstieg/ Abseilen. Das verlief bei allen schon sehr reibungslos. Finn stand unten am Seil und sicherte den Vorgang. Franz nahm am Ende Anna, unsere Einsteigerin, in eine Einmann- Berge-sicherung und brachte sie sicher nach unten, obwohl es Anna dabei ziemlich mulmig war. Kurze Pause und dann stieg jeder einen zweiten Weg. Und das sah doch gleich viel vertrauter aus. Unsere Größeren stiegen alle den Brüderweg (VII a) und Anton und Franz bezwangen den Urlaubsweg/Fischmaul (VII c), der noch auf ihrer Agenda stand. Als wir dann etwas dehydriert am Felsen standen und unsere Kletterei so langsam zum Erliegen kam, erschien Elke mit reichlich Eis für Jeden. Das hob die Stimmung gleich enorm. 
Dann wurde gepackt und ab ins Oybiner Bad. Eine herrliche Erfrischung von 18 Grad im Wasser zu 37 Grad auf dem Fels. Jetzt war ergiebige Pause mit Kaffetrinken angesagt. Nach etwa zwei Stunden bewegten wir uns wieder mit dem Rad Richtung Hütte. Vor dem Abendbrot wurden die Rollskiläufer noch einmal aktiv. Die zweite Gruppe nahm die neue Tischtennisplatte in Beschlag. Noch einmal ging es beim Rollski an den Berg. Die großen Jungs wollten es heute wissen und zwangen sich bis zur Rübezahlbaude. Mit einem Spitzenpuls von 222 und bei einem Durchschnitt von über 200 war die Belastung schon verdammt hoch. Aber wir stehen gut im Saft. Auch die Mädchen zeigten einen super Einsatz. Da lacht das Trainerherz! Wenn du dann auf der Heimfahrt alle Athleten hinter dir sitzen hast und die Auswertung für jeden Einzelnen vornimmst, erinnert mich das an meine besten Trainerzeiten in der DDR, wo die Republikelite hinter mir saß. Heute sitzt die Landeselite hinter mir. Ein unbeschreibliches Gefühl von Stolz und Leidenschaft. Zu DDR Zeiten war das einfach Profiqualität und erfuhr eine hohe Anerkennung. Heute interessiert das gar keinen mehr. Sowohl in der Politik als auch in den Reihen des Sportes ist das alles völlig bedeutungslos geworden. Ein Jammer für unsere Sportler, ein Jammer für unsere Vereine, ein Jammer für unser Land. Aber wer niemals selbst Leistungssportler war, wer niemals hauptamtlicher Trainer war, wer niemals von sich und seinen Athleten alles, aber auch alles abverlangte, der kann solch ein Gefühl auch weder begreifen noch verstehen. Leistungssport in Friedenszeiten ist wohl die größte Herausforderung für junge Menschen im Leben auf der ganzen Welt. Aber leider nicht in solch einem chaotisch, verkorksten System wie in der BRD.
Heute Nacht soll noch eine Nachtwanderung mit Geschichte auf dem Plan stehen. So richtig glaubte aber Keiner daran. Doch dann gegen 22:00 Uhr war es so weit. Ohne Lampen, ohne Handys ging es auf eine Runde durch den Wald. (Nur die Angsthasen hatten was mit.) Und die Angst muss riesig gewesen sein, bei der Lautstärke die Jeder verbreitete. Dann wurde der Sternenhimmel nach seinen markanten Sternenbildern abgesucht. Und dann Gruselgeschichte in einem ganz stillen, dunklen Eckchen.  Die Spannung wuchs mit Ablauf der Geschichte bis… Trainingsgruppengeheimnis.

 

 

Nun kam schon der letzte Tag. Heute war das Wetter schön kühl und wir wollten an den Drei- Weiber- See bei Lohsa zum Inline Skaten. Zuerst wurde gefrühstückt, dann das Auto und der Bus beladen und ab ging die Reise. Leider konnten wir unsere beiden großen Trittroller aus Platzgründen nicht mitnehmen. Denn eigentlich sollte Jeder wieder eine Runde mit dem Trittroller um den See bewältigen. Ging aber leider nicht. Dafür hätten wir noch ein Auto mit Träger benötigt. War aber niemand aus dem Verein verfügbar. Schade. Auch bei uns lässt leider langsam das Interesse nach.
Nichts desto trotz… wir hatten alles dabei, was wir brauchten. Ankunft, ausladen an unserer markanten Stelle und fertig machen für die ersten herrlichen Runden um den See. Es ist eine sehr flache Strecke mit nagelneuem Belag und total verkehrsberuhigt. Außer Fußgänger, Rollstuhlfahrer, Radfahrer und Kinderwagen kommt dir nichts entgegen. Da diese Strecke um den See auch eine richtige breite Fahrspur ist, macht Skaten hier richtig Laune. Im Gegensatz zu unseren Radwegen im Zittauer Gebirge, die im Vergleich eben nur „Schweinsgass`l“ sind, wo du nur sehr schlecht trainieren kannst, wenn überhaupt. Da ist er wieder, der Unterschied zwischen Professionalität oder Anfängertum der Behörden.
Die Runde um den See ist 8,4 km lang. Nach 18 Minuten waren Anton und Franz das erste Mal rum. (gemütlich mit sehr viel Wind) Ja, Wind war heute ein kleines Problem auf unserer Seite. Damit war es auch etwas zu kühl, um ins Wasser zu gehen. Aber auch nicht schlimm. So rollten wir alle unsere vorgegeben Kilometer mit guter Trainingsstimmung. Der Trainer konnte mit dem Fernglas die Runde an einigen Stellen einsehen und hatte somit den Überblick, wer sich gerade wo befindet. Mit den Kleinsten ging Joni auf die Runde und Anna hatte Spezialbetreuung beim Trainer auf einer 1,5 km langen Geraden. Mittag war wieder wie gewohnt an unserer Wanderüberdachung.
Nach 42, 33 oder 25 km hatte dann Jeder sein Pensum erledigt. Noch ein kleiner Imbiss und die Auswertung unserer Trainingstage vom Trainer und von Joni. Dann einpacken, tanken unterwegs und ab nach Hause mit viel Gesang und Power Musik im Bus und absoluter Ruhe im PKW. Damit war unsere Ferienfreizeit mit Sport, Spiel und viel Spaß bereits schon wieder vorbei.
Wir sagen noch einmal DANKE an die Firma Havlat für die Bereitstellung des Kleinbusses. DANKE für die Unterstützung durch unsere Übungsleiter und Begleiter. Vor allem aber ein DANKE an Joni und Elke, die wie immer die Versorgung und die Finanzen voll im Griff hatte und die Beide zwei Tage Urlaub für unsere gemeinsame Vereinssache einsetzten.
Dann bis bald und ein Sport Frei!

Eine Anmerkung hat der Trainer noch. Solche gemeinsame Aktionen entwickeln ein Kollektiv. Es bildet sich echte Teamfähigkeit heraus, die ich überall im Leben ganz dringend brauche. Wer solche Maßnahmen permanent weglässt, wird ein Einzelgänger. Er ist nicht teamfähig, er vereinsamt. Teamfähigkeit ist nicht, irgendwo mit einer Clique herumhängen und die Zeit niveaulos totschlagen. Teamfähigkeit heißt, ich bringe mich aktiv mit meiner ganzen Persönlichkeit in ein Team, eine Mannschaft, in ein Kollektiv ein. Und im Gegenzug erhalte ich Zuneigung, Anerkennung, schaffe Wertschätzung, erlange Selbstvertrauen und gewinne an Stärke. Ich lerne das Vertrauen in den Trainer, in meine Mannschaftskollegen und in meine eigene Leistung. Das sind alles Voraussetzungen für einen Sportler, mit einem starken Kollektiv zu siegen oder für sich als Menschen sein Leben zu meistern.
Je stärker das Kollektiv, umso stärker ist der einzelne, individuelle Sportler. Alleine ist man schwach. Vielleicht denkt der Eine oder Andere mal etwas darüber nach. Und wer Fragen hat, Ansprechpartner ist immer der Trainer.

V. Heinrich                                                                                                  August 2026
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PSV Zittau e.V. Abteilung Ski